Zum Inhalt springen

Eines ist klar…

Der 1. FC Magdeburg ist in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Das ist Fakt. So simpel, so unbegreiflich. Der 2:0-Sieg über Fortuna Köln krönt eine grandiose Saison, die beste in der jüngeren Vereinsgeschichte. Diese Partie live im Stadion zu erleben, nach Jahren des Fan-Daseins im „Exil“, gehört zu den brilliantesten Erfahrungen meines Fußballlebens.

Auf diesem Blog soll es ganz grundsätzlich um Fußball in Magdeburg und Umgebung gehen. Der 1. FC Magdeburg gehört als Aushängeschild zwangsläufig dazu, auch wenn der Schwerpunkt hier auf Amateurbereich liegen soll. Zum FCM seid ihr in den einschlägigen Medien oder bei Alex auf nurderfcm.de ohnehin bestens versorgt. Meine Eindrücke vom FCM gibt es an dieser Stelle dann in regelmäßigen Abständen, bei besonderen Entwicklungen oder Besuchen im HKS.

Und wenn ein Aufstieg keine besondere Entwicklung ist, was dann? Ganz allmählich sickert diese Erkenntnis auch durch. Vielleicht wirkt der Aufstieg beim Abpfiff in Lotte real, vielleicht auch erst beim Anpfiff zur nächsten Saison. Während der Partie schien alles eher surreal, wie im Film. Und trotzdem unausweichlich.

Im Stadionumfeld und auch im Block hatte ich nie den Eindruck, dass jemand am Gelingen zweifelte. Fortuna schien nur Staffage zu sein, Statisten im blau-weißen Aufstiegsfilm. Dass die Kölner zuletzt fünf Ligaspiele in Folge verloren hatte, passte ins Bild. Die von den mitgereisten Auswärtsfäns angestimmten Gesänge, in den wenigen Momenten der Stille, gingen im Pfeifkonzert unter. Einen Antagonisten brauchte es nicht.

Frühstart Richtung Unterhaus

Auf dem Feld setzte sich der Eindruck des Unausweichlichen fort. Die erste halbe Stunde gegen Köln war eine der besten der gesamten Saison, nahezu perfekt – hätten Weil oder Erdmann ihre Kopfballchancen verwandelt. Der FCM ist ohnehin der Frühstarter der 3. Liga. Türpitz‘ verwandelter Elfmeter in der fünften Spielminute war der bereits 18. Treffer der Blau-Weißen in der ersten Viertelstunde. Zum Vergleich: Auf Rang zwei dieser Treffertabelle liegt Paderborn mit neun Toren in den ersten 15 Minuten.

Eine interessante Randnotiz: Zwar musste der FCM bislang ligaweit die wenigsten Rückstände wegstecken, lag nur achtmal hinten. Aber nur in einem Fall konnte der Klub die Partie noch in einen Sieg drehen, ging siebenmal geschlagen vom Feld. Für die nächste Saison wird es wohl bessere Nehmerqualitäten brauchen.

Auf die Heimstärke kommt es an. Denn: Mit 45 von 54 möglichen Punkten belegt der FCM Rang eins der Heimtabelle in Liga 3. Am Samstag wurde ersichtlich, warum. Mannschaft und Fans bilden eine Symbiose. Das mag pathetisch klingen und es ist beileibe nicht an jedem Spieltag zu spüren. Doch am Samstag konnte ich mich diesem Eindruck nicht erwehren. Die einen zehrten, profitierten von der Energie der anderen. Jede Balleroberung, jede abgefangene Flanke wurde bejubelt. „Voll-beseelt“ heißt es dann gerne.

Das live im Stadion erleben zu können, ist unbezahlbar; das Feeling lässt sich nur schwer vermitteln. Die Spiele des Klubs aus der Entfernung zu verfolgen, ob aus München oder Malta, war in den vergangenen Jahren auch immer ein Stück gelebter Heimatverbundenheit. An meinem letzten Abend in Malta verlor der Klub zum Jahresauftakt in Erfurt. In früheren Zeiten hätte anschließend wohl der langsame Niedergang begonnen bis zum erneuten Scheitern. Nicht so in diesem Jahr. Die Mannschaft ist gereift, die Führungsetage unaufgeregt. In der Kombination könnte das sogar für die 2. Bundesliga reichen.

Published inFCM

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.